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Mar 22, 2026|12 min Lesezeit|DE

Arbeitnehmerüberlassung IT 2026: ANÜ, Equal Pay, Höchstdauer

Die Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) ist eines der meistgenutzten — und missverstanden — Modelle in der IT-Branche. Body Leasing, Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung: Alles dasselbe Konzept, aber die rechtlichen Anforderungen sind streng. Equal Pay ab dem ersten Tag (oder nach spätestens 9 Monaten mit Tarifvertrag), maximale Überlassungsdauer von 18 Monaten, und eine ANÜ-Lizenz ist Pflicht. Verstöße kosten bis zu EUR 30.000 Bußgeld pro Fall. Neu seit 01.01.2026: Das DGB/GVP-Tarifwerk ersetzt die bisherigen BAP- und iGZ-Tarifverträge — Eingruppierung und Entgeltlogik wurden grundlegend reformiert.

18 Mo.
Höchstüberlassung
Equal Pay
Ab Tag 1 (ohne TV)
EUR 30K
Bußgeld pro Verstoß
ANÜ
Lizenz Pflicht

ANÜ vs. Werkvertrag vs. Personalvermittlung

Kriterium
ANÜ
Werkvertrag
Personalvermittlung
Weisungsrecht
Beim Entleiher
Beim Auftragnehmer
Beim neuen Arbeitgeber
Vergütung
Stundensatz/Tagessatz
Projektpauschale
Einmalige Provision
Dauer
Max. 18 Monate
Projektende
Unbefristet
Risiko
Scheinselbstständigkeit
Verdeckte ANÜ
Probezeit-Abbruch
Lizenz
ANÜ-Lizenz nötig
Keine Lizenz nötig
Keine Lizenz nötig
Kosten/Jahr
EUR 200-350K/Person
Projektabhängig
EUR 85-120K Gehalt + Fee

Die 18-Monate-Falle

Nach 18 Monaten muss der Leiharbeitnehmer entweder übernommen werden oder eine 3-Monate-Pause einlegen bevor er erneut beim selben Entleiher eingesetzt werden darf. In der IT-Praxis bedeutet das: Nach 18 Monaten ANÜ hat der Entleiher drei Optionen — (1) Übernahme (teuer, weil der Consultant-Aufschlag wegfällt und das Consulting-Haus Umsatz verliert), (2) Beendigung (Wissen geht verloren), oder (3) Verdeckte ANÜ über Werkvertrag-Konstruktion (illegal, EUR 30.000 Bußgeld).

Die bessere Alternative: Direktvermittlung von Anfang an. Statt 18 Monate ANÜ-Kosten (EUR 250-350K) investieren DACH-Unternehmen einmalig in eine Vermittlungsgebühr und haben den Mitarbeiter dauerhaft. NexaTalent vermittelt auf reiner Erfolgsbasis — kein Risiko, keine ANÜ-Lizenz nötig, kein 18-Monate-Problem.

Compliance-Checkliste ANÜ

01

ANÜ-Lizenz prüfen

Der Verleiher muss eine gültige ANÜ-Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit haben. Ohne Lizenz: Automatisches Arbeitsverhältnis mit dem Entleiher!

02

Equal Pay dokumentieren

Ab Tag 1 ohne Tarifvertrag, ab Monat 9 mit Tarifvertrag. Equal Pay umfasst: Grundgehalt, Zuschläge, Urlaub, Arbeitszeitregelungen.

03

18-Monate-Tracking

Personenbezogen und arbeitsplatzbezogen tracken. Vorgänger-Zeiträume beim selben Entleiher werden zusammengerechnet (3-Monate-Unterbrechung setzt zurück).

04

Weisungsrecht dokumentieren

Das Weisungsrecht liegt beim Entleiher. Wenn der Verleiher das Weisungsrecht hat, ist es ein Werkvertrag — und braucht keine ANÜ-Lizenz.

05

Scheinselbstständigkeit vermeiden

Freelancer die wie Angestellte arbeiten (feste Arbeitszeiten, nur ein Auftraggeber, Weisungsgebunden) sind scheinselbstständig. Risiko: Nachzahlung aller Sozialversicherungsbeiträge.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ)?+
Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) — auch bekannt als Zeitarbeit oder Body Leasing — ist ein Modell, bei dem ein Verleiher (Personaldienstleister) einen Arbeitnehmer an einen Entleiher (Kundenunternehmen) überlässt. Der Arbeitsvertrag besteht zwischen Verleiher und Arbeitnehmer, aber das Weisungsrecht liegt beim Entleiher. Der Verleiher benötigt eine ANÜ-Lizenz der Bundesagentur für Arbeit. Verstöße kosten bis zu EUR 30.000 Bußgeld pro Fall.
Was ist der Unterschied zwischen ANÜ und Personalvermittlung?+
Bei ANÜ bleibt der Mitarbeiter beim Verleiher angestellt und wird temporär an den Entleiher überlassen (max. 18 Monate). Bei Personalvermittlung wird der Kandidat direkt beim Kundenunternehmen angestellt — dauerhaft, unbefristet. ANÜ kostet EUR 200-350K/Jahr pro Person (Stundensatz inkl. Aufschlag), Personalvermittlung kostet eine einmalige Provision (typisch 20-25% des Jahresgehalts). Für langfristigen Bedarf ist Direktvermittlung fast immer günstiger.
Was kostet Arbeitnehmerüberlassung in der IT?+
IT-ANÜ-Tagessätze liegen typisch bei EUR 800-1.400 für einen Senior-Entwickler, das entspricht EUR 200-350K pro Jahr. Der Aufschlag des Verleihers auf das Arbeitnehmergehalt beträgt 30-60% und deckt Verwaltung, Sozialabgaben, Marge und Ausfallrisiko. Zum Vergleich: Direktanstellung desselben Profils kostet EUR 85-120K Jahresgehalt plus einmalige Vermittlungsgebühr.
Wann lohnt sich Arbeitnehmerüberlassung?+
ANÜ lohnt sich in drei Szenarien: (1) Kurzfristiger Bedarf unter 6 Monaten, z.B. Projektspitzen oder Elternzeitvertretung. (2) Headcount-Freeze — die Kosten laufen über ein anderes Budget. (3) Try-before-hire — nach max. 18 Monaten kann der Mitarbeiter übernommen werden. Für dauerhaften Bedarf (12+ Monate) ist Direktvermittlung fast immer wirtschaftlicher.
Was bedeutet die Equal-Pay-Regelung?+
Equal Pay bedeutet, dass Leiharbeitnehmer das gleiche Entgelt erhalten müssen wie vergleichbare Stammmitarbeiter des Entleihers. Ohne Tarifvertrag gilt Equal Pay ab dem ersten Einsatztag. Mit dem neuen DGB/GVP-Tarifwerk (seit 01.01.2026) kann Equal Pay bis zu 9 Monate aufgeschoben werden, danach greift es zwingend. Equal Pay umfasst: Grundgehalt, Zuschläge, Sonderzahlungen, Urlaub und Arbeitszeitregelungen.

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