Arbeitnehmerüberlassung vs Personalvermittlung
Zwei Modelle, grundverschieden. Wann Sie einen Mitarbeiter überlassen lassen sollten — und wann eine direkte Vermittlung die bessere Wahl ist.
Vergleich auf einen Blick
Personalvermittlung: Wie es funktioniert
Bei der Personalvermittlung sucht ein Recruiter den passenden Kandidaten. Der Kandidat wird direkt bei Ihnen angestellt — der Recruiter ist nach der Vermittlung raus. Sie zahlen eine einmalige Fee (typisch 15-25% des Jahresgehalts).
Vorteil: Der Mitarbeiter gehört zu Ihrem Team, baut Wissen auf, identifiziert sich mit Ihrem Unternehmen. Langfristig die günstigste Option.
Arbeitnehmerüberlassung: Wie es funktioniert
Bei der Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ / Zeitarbeit / Leiharbeit) stellt eine Zeitarbeitsfirma den Mitarbeiter ein und "verleiht" ihn an Sie. Sie zahlen einen Stundensatz an den Verleiher (typisch 1,5-2x des Mitarbeiter-Stundenlohns).
Vorteil: Maximale Flexibilität. Kein Kündigungsrisiko, kein HR-Aufwand, sofort einsetzbar.
Rechtliche Rahmenbedingungen (AÜG)
- Höchstüberlassungsdaür: 18 Monate beim gleichen Entleiher (Ausnahmen per Tarifvertrag möglich)
- Equal Pay: Nach 9 Monaten muss der Leiharbeitnehmer das gleiche Gehalt wie vergleichbare Stammkräfte erhalten
- Erlaubnispflicht: Der Verleiher braucht eine AÜG-Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit
- Kennzeichnungspflicht: Der Vertrag muss als Arbeitnehmerüberlassung gekennzeichnet sein
- Drehtürklausel: Ein ehemaliger Mitarbeiter darf nicht als Leiharbeiter zurückkommen (6 Monate Sperre)
Kostenvergleich: Senior Backend Engineer
Annahme: EUR 90K Jahresgehalt, 22% Vermittlungs-Fee, EUR 85/h ANÜ-Stundensatz. Ab Monat 4 ist Personalvermittlung günstiger.
Wann Personalvermittlung wählen
- Langfristiger Bedarf (12+ Monate)
- Kernkompetenz die im Unternehmen bleiben soll
- Senior-Positionen wo Identifikation wichtig ist
- Budget-Optimierung (ab Monat 4 günstiger)
- Teamaufbau und Kulturentwicklung
Wann Arbeitnehmerüberlassung wählen
- Kurzfristiger Bedarf (unter 6 Monate)
- Projektspitzen abfangen
- Unsicherheit ob die Stelle daürhaft gebraucht wird
- Sofortige Verfügbarkeit ohne Recruiting-Aufwand
- Überbrückung bis zur Festanstellung
Kombination: ANÜ → Personalvermittlung
Ein beliebtes Modell: Starten Sie mit Arbeitnehmerüberlassung und übernehmen Sie den Mitarbeiter nach 3-6 Monaten in Festanstellung (Temp-to-Perm). So reduzieren Sie Ihr Risiko und testen den Cultural Fit bevor Sie langfristig committen.
Häufig gestellte Fragen zu ANÜ vs. Personalvermittlung
Was ist der Unterschied zwischen Arbeitnehmerüberlassung und Personalvermittlung?
Bei der Personalvermittlung wird der Kandidat direkt bei Ihrem Unternehmen angestellt — der Vermittler ist danach raus. Bei der Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) bleibt der Mitarbeiter beim Verleiher angestellt und wird an Sie 'ausgeliehen'. Sie zahlen einen laufenden Stundensatz statt einer einmaligen Vermittlungsgebühr.
Was kostet Arbeitnehmerüberlassung im Vergleich zur Personalvermittlung?
Personalvermittlung kostet eine einmalige Fee von typisch 15-25% des Jahresgehalts. Arbeitnehmerüberlassung kostet einen laufenden Stundensatz (ca. 1,5-2x des Mitarbeiter-Stundenlohns). Ab Monat 4 ist Personalvermittlung in der Regel günstiger. Bei einem Senior Backend Engineer mit EUR 90K Jahresgehalt spart Personalvermittlung nach 18 Monaten rund EUR 90.000.
Wie lange darf Arbeitnehmerüberlassung maximal dauern?
Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) beträgt die Höchstüberlassungsdauer 18 Monate beim gleichen Entleiher. Ausnahmen sind per Tarifvertrag möglich. Nach 9 Monaten greift zudem die Equal-Pay-Pflicht: Der Leiharbeitnehmer muss dann das gleiche Gehalt wie vergleichbare Stammkräfte erhalten.
Wann sollte ich Personalvermittlung statt Arbeitnehmerüberlassung wählen?
Personalvermittlung ist besser bei langfristigem Bedarf (12+ Monate), Kernkompetenzen die im Unternehmen bleiben sollen, Senior-Positionen wo Identifikation wichtig ist und wenn Sie Budget optimieren wollen. Arbeitnehmerüberlassung eignet sich für kurzfristigen Bedarf unter 6 Monaten, Projektspitzen und wenn sofortige Verfügbarkeit ohne Recruiting-Aufwand nötig ist.
Was ist das Temp-to-Perm-Modell?
Temp-to-Perm kombiniert beide Modelle: Sie starten mit Arbeitnehmerüberlassung und übernehmen den Mitarbeiter nach 3-6 Monaten in eine Festanstellung. So reduzieren Sie Ihr Risiko, testen den Cultural Fit und können den Mitarbeiter im Arbeitsalltag kennenlernen, bevor Sie langfristig committen.
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